Start-up-Szene ist ein "Boys Club"

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    Die heimische Start-up-Szene besteht fast nur aus Männern. Fast neun von zehn investierten Euro sind 2022 an rein männlich besetzte Gründungsteams gegangen. Der Anteil an Gründerinnen in Österreich liege bei nicht einmal einem Fünftel, bei Investorinnen sei dieser noch niedriger. "Wie viele Studien zeigen, investieren männliche Investoren vor allem in männliche Gründer", so Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich laut einer Aussendung.

  • Im vergangenen Jahr bestanden die Gründungsteams bei 105 von 130 Finanzierungsrunden nur aus Männern, zeigt eine Untersuchung von EY. Bei 23 Finanzierungsrunden bestanden die Teams aus männlichen und weiblichen Gründern. Für rein weiblich besetzte Führungsteams gab es 2022 nur zwei Finanzierungsrunden.
     
    Noch größer sei das Ungleichgewicht beim Finanzierungsvolumen, so EY. 87 Prozent des investierten Kapitals flossen in Start-ups und Scale-ups, bei denen das Gründungsteam nur aus Männern besteht. Das liege im langfristigen Durchschnitt von 88 Prozent zwischen 2010 und 2021. "Der Venture-Capital-Markt ist nach wie vor überwiegend ein 'Boys Club'", sagte Haas.
     
    Aber es gebe auch positive Trends: Österreich habe EU-weit den höchsten Anteil an Start-ups mit mindestens einer Gründerin, zitierte Haas eine 2022 veröffentlichte Studie des WU Gründungszentrums im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft. "Allerdings gilt nach wie vor: Je höher die Wachstumsphase und je höher das Finanzierungsvolumen, desto geringer wird der Frauenanteil.

  • Bildquelle: APA/dpa/Annette Riedl