Österreich gewinnt Firmenzentralen trotz höherer Steuerlast

  • Steuerlast

    Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl internationaler Firmenzentralen in Österreich gestiegen. 20 Headquarters wanderten aus Österreich ab, aber 45 kamen dazu, ergab eine Studie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Auch wenn die Studie keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, zeigt sie deutlich, dass Wertschöpfung das Hauptmotiv für die Verlegung von Firmenzentralen ist.

  • Nur ein Viertel der Verlegungen von Firmenzentralen war dadurch motiviert, Kosten einzusparen, ergab die Studie. Von den hohen Steuern in Österreich lassen sich die Unternehmen offenbar nicht abschrecken. Denn Firmen, die ihren Sitz nach Österreich verlegten, hatten dadurch im Schnitt eine um 11,3 Prozentpunkte höhere Belastung der Einkommen mit Steuer und Sozialabgaben (48,4 Prozent statt 37,1 Prozent) und eine um 3,2 Prozentpunkte höhere Körperschaftssteuer (25,8 statt 22,6 Prozent) zu tragen.

    Im Gegenzug waren Firmen, die ihre Zentrale aus Österreich abzogen, im Schnitt mit 9,1 Prozentpunkten weniger Abgaben auf Einkommen (39,3 statt 48,5 Prozent) und 4,1 Prozentpunkten weniger Körperschaftssteuer (22,3 statt 26,4 Prozent) belastet. Dafür bekamen die Unternehmen einen deutlich besseren institutionellen Rahmen in Österreich.

    Die Studie stellt auch fest, dass es von 2009 bis 2017, also nach Ausbruch der Finanzkrise, rund doppelt so viele Verlegungen von Firmenzentralen gegeben hat wie zwischen 2000 und 2008. Das gilt sowohl für nach Österreich kommende als auch aus Österreich abgezogene Unternehmenssitze. Die Bedeutung der Wertschöpfung als Motiv für eine Verlegung nahm dabei zu. Die Nähe zu Osteuropa war ein wichtiger Faktor, der für eine Verlegung nach Österreich sprach - 20 Osteuropazentralen kamen nach Österreich, nur 5 wurden abgezogen.

     

  • Bildquelle: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER